Abstecher nach Zanzibar

 
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Obwohl ich Kenyafan bin, möchte ich über die Reise nach Zanzibar erzählen. Diese zauberhafte Insel liegt 40km vor der Küste Tanzanias, südlich von Kenya, ist 21km breit und 86km lang.

Meine Reise dorthin war im Februar 2000. Ich hatte damals 3Wochen Ferien in Kenya gebucht. Die erste und dritte Woche verbrachte ich im Southern Palms Hotel. In der zweiten Woche wollte ich Zanzibar auf eigene Faust erkunden. Ich habe in Kenya einen Hin- und Rückflug gebucht. Als Reisehilfe benutzte ich nur das Buch von Jörg Gabriel „Tanzania Zanzibar“ Ich klemmte mir dieses Buch unter den Arm und die Reise ging los. Bei der Ankunft in Zanzibar habe ich gleich gegen die Regel des Feilschens verstossen, obwohl ich es eigentlich besser wüsste. Und so bezahlte ich einen viel zu hohen Preis, um mit dem Taxi in die Stadt zu kommen. Der Taxifahrer fuhr mich zum Hotel Kiponda mitten in Stone Town, der Altstadt Zanzibars. Er hatte einige Mühe mit dem Auto durch die schmalen Gassen zu kommen. Das Hotel erwies sich noch etwas einfacher als im Buch beschrieben. Aber vorerst blieb ich dort, weil mein Mann am nächsten Tag per Bus und Schiff nachkommen sollte. Er konnte nicht mit mir fliegen, weil er noch keinen Pass hatte.

Nach dem Zimmerbezug habe ich ein bisschen ausgespannt und dann beschlossen, alleine auf Entdeckungstour zu gehen. Da ich mitten in Stone Town  war, musste ich mir den Weg gut einprägen, denn normalerweise fuhren keine Autos in der Altstadt. Als ich aus dem Kiponda Hotel kam, stellte ich fest, dass es gleich hinter dem „House of Wonder“ (Haus der Wunder) gelegen war. Dieses Haus heisst so, weil es 1883 gebaut wurde und als erstes Haus in Afrika (oder zumindest in Tanzania) mit fliessendem Wasser, Strom und einem Aufzug ausgestattet wurde. Na ja für diese Zeit war das wirklich ein Wunder, wenn man bedenkt, dass es vielerorts in Afrika noch heute keinen Strom und fliessend Wasser gibt.

Ich machte einen Rundgang im Stadtpark und schaute den Händlern zu, wie sie ihre Stände aufstellten. Es war schon fast Abend. Hauptsächlich am Abend und in der Nacht erwachen die Strassen von Zanzibar und der Markt wird belebt. Tagsüber hat es nur Spaziergänger in diesem Park, aber abends finden sie alles was sie wollen. Direkt am Meer gibt es auch Stände, wo verschiedenes Essen angeboten wird, was immer ihr Magen begehrt. Am besten sind natürlich die Fische und Meeresfrüchte. Dazu ein Glas frischer Zuckerrohrsaft, einfach herrlich!

Aber am ersten Abend ging ich ins „Blue`s“ essen. Das ist ein Restaurant am Hafen, welches auf einem Steg über dem Meer erbaut wurde. Es weht immer eine angenehme Brise. Danach ging ich ins Hotel zurück, da ich doch noch ein bisschen zu unsicher war, um das Nachtleben alleine zu testen.

Am nächsten Tag kam Omari. Wir wechselten das Hotel und genossen die Stadt noch ein wenig zusammen. Für den nächsten Tagesausflug wollten wir uns eine der vielen kleinen Inseln anschauen. Wir entschieden uns für Prison Island.

Dort soll es 200 Jahre alte Schildkröten geben! Die wollte ich natürlich einmal sehen. Eigentlich war es nur als Tagesausflug geplant gewesen, doch wir blieben gleich 2 Nächte. Es war eine so schöne Insel, die wir in 45 Min. gemütlich umrundet hatten. Die Schildkröten waren richtig süss! Wenn man sie länger am Hals kraulte, was ich natürlich auch ausführlich tat, liefen die einem nach, was uns ziemlich in Erstaunen versetzte. Man konnte sie auch ohne Probleme füttern. Die älteste Schildkröte mit dem roten Punkt soll über  200 Jahre alt sein. Darauf zu reiten ist übrigens verboten, was ich auch richtig finde! Ein arabischer Händler soll sie von den Seychellen als Geschenk mitgenommen und sie dann auf dieser Insel ausgesetzt haben, weil er sie nicht mehr wollte.

Auf Prison Island gibt es nur fünf Zimmer, sehr einfach eingerichtet mit einem lustigen, nicht alltäglichen Bad! Es gibt eine Toilette, ein Lavabo und eine Dusche, aber dort kommt nirgends Wasser raus. Daneben stand eine Tonne mit Wasser und einem Becher. Diese „Handdusche“ funktionierte, was will man mehr. Zuerst ärgerte ich mich schon einwenig darüber, aber danach fand ich es toll, weil es einfach zur Insel passte. Es war eine kleine Robinson-Insel ohne Strom (na ja, abends gab es Licht mit Generator) und jetzt soll da ein perfekt europäisches Badezimmer stehen? Die erste Nacht war noch ein anderes Schweizer Paar auf der Insel. Die zweite Nacht waren wir die einzigen Gäste (und das Personal). Hatten sie schon einmal eine Insel für sich alleine? Abends sassen wir am Strand und konnten uns nicht an den bunten Lichtern von Zanzibar satt sehen, die übers Meer zu uns rüber funkelten.

Nach diesen traumhaften Tagen gingen wir wieder rüber nach Zanzibar. Wir schauten uns die wirklich sehenswerte Altstadt ausführlicher an. Wir waren bei der grossen Kirche, die als Gedenkstätte für die Sklaven erbaut wurde, denn genau dort war damals der Sklavenumschlagplatz. Wir haben das Haus von David Livingstone fotografiert, das heute ein Museum beherbergt. Auch das Haus vom grössten und gemeinsten Sklavenhändler Tippu Tip haben wir gesehen. Das steht heute allerdings leer.

Mittags haben wir in einem einheimischen Restaurant gegessen. Das war der beste Reis, den ich je gegessen habe. Zanzibar ist ja auch eine Gewürzinsel, und der Reis wurde mit so vielen verschiedenen Gewürzen zubereitet, dass es einfach köstlich schmeckte!

Trotz Umbau waren wir auf der Terrasse vom Afrika-House Hotel. Das ist die Begegnungsstätte, um sich zu treffen, Reisen zu organisieren, Safaris mit privaten Leuten zu buchen, den neuen Klatsch zu hören und natürlich den fantastischen Sonnenuntergang über dem Meer zu geniessen.

Es gab so viele schöne Dinge auf Zanzibar zu sehen, dass wir mit einer riesigen Begeisterung über die Insel nach Mombasa zurück reisten.

Wie  Sie merken können, hält diese Begeisterung bis heute an. Für uns ist eines ganz sicher: 

Wir kehren zurück nach Zanzibar!!
Kwaheri
(Aufwidersehen)

(Februar 2000 - khm)

Lesen Sie auch die anderen Reiseberichte...
...Mein erster Kenyaurlaub | Unendliche Weiten | Der Park erwacht | Abstecher nach Zanzibar | Nairobi | Wasini Island | Ein Tag in Ukunda

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