Warum ich Kenya liebe

 
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Warum ich immer nach Kenya fliege? Ich fühle mich dort zu Hause!
Weshalb? Das will ich ihnen gerne sagen.

Ich liebe die Offenheit, Ehrlichkeit, Einfachheit, den Familiensinn, die Zusammengehörigkeit, die Hilfsbereitschaft und das zufriedene Leben dieser Menschen.

Es kann Ihnen in Kenya passieren, dass Sie ein Einheimischer nach einer Zigarette oder der Uhrzeit fragt und dann haben sie ein interessantes Gespräch, welches mindestens 1Stunde dauert. Sprechen Sie auf der Strasse Touristen an und haben Sie Zeit über den Unterschied zwischen unserem und deren Land zu diskutieren? In Kenya ist das alltäglich. Wenn Ihnen das passiert, nehmen sie sich die Zeit dazu. Sie werden das Land nie mehr näher kennen lernen können, als wenn sie mit einem Einheimischen darüber diskutieren.

Einmal war ich bis kurz vor Weihnachten in Kenya. Nicki fragte mich ob er für die Familie etwas zu Weihnachten kaufen darf. Er durfte. Er kaufte eine Flasche Wodka, dazu sagte er: “Davon hat die ganze Familie etwas und wir können etwas besonderes zu Weihnachten teilen.“ Das sind unter anderem der Familiensinn und die Bescheidenheit, die ich meine. Als ich wieder zu Hause war, die voll gestopften Kaufhäuser sah, die Hektik und Oberflächlichkeit, die selbst an Weihnachten bei uns herrscht, war ich beschämt. Warum haben wir dieses Konsum- und Konkurrenzdenken? Warum haben wir das Wesentliche aus den Augen verloren? Warum ist bei uns das Materielle viel wichtiger als der Mensch und die Familie?

In Kenya akzeptieren sich die Leute gegenseitig so wie sie sind und mit dem Wenigen was sie oft nur haben. Sie suchen sich ihre Freunde nach dem Charakter aus und nicht nach dem teuersten Auto oder dem grössten Haus. Sie sehen an erster Stelle den Menschen und nicht das Materielle drum herum. Sie haben nicht dieses Konkurrenzdenken. Sie teilen, auch wenn es ihr Letztes ist. Egal ob Geld, Kleider oder Essen. Dieses Teilen und aufeinander aufpassen haben wir „zivilisierten“ Menschen verlernt.

Der Familiensinn ist auch viel ausgeprägter als bei uns. Dort besuchen sich die Familien viel öfters, nicht nur bei Hochzeiten und Beerdigungen, wie bei uns. Wenn jemand stirbt, wird die hinterbliebene Person mindestens 1 Monat lang betreut. Das heisst, es ist Tag und Nacht ständig jemand bei dieser Person. Es wird zusammen gesprochen, eingekauft, geputzt und gekocht für sie. Die hinterbliebene Person ist nie allein.

Die Bescheidenheit ist das, was mich am meisten beschämt hat. Sie haben nicht viel, sind aber zufrieden mit dem, was sie haben. Hauptsache die Gesundheit ist gut. Warum müssen wir immer mehr, bessere und teurere Sachen haben? Sie beweisen uns, dass man ohne all diesen Luxus auch sehr gut Leben kann, wenn nicht sogar noch besser.

Dann natürlich das, was sie sicher auch als erstes faszinieren wird: die Natur und das Klima! Geniessen sie es bewusst, und sie werden es lieben. Ich hatte viele schöne Naturerlebnisse aber eines der lustigsten und schönsten war, als wir mal im „Nomad“ im Strandrestaurant gegessen haben und dann mit den letzten Krümeln noch während 2 Stunden die Ameisen fütterten, die am  Sonnenschirm (in Form eines kleinen Makuti Dachs in der Mitte des Tisches) hochgekrabbelt sind. Nehmen sie sich noch soviel Zeit, um zu schauen, was Ameisen eigentlich so machen? Wenn ich in Kenya bin, füttere ich die Ameisen wenn immer es möglich ist.

Es gibt tausend solcher Beispiele. Ich kann Ihnen nur sagen, gehen Sie mit offenen Augen durch die Natur, nehmen Sie sich die Zeit zu beobachten und geniessen Sie es. Dann werden sie dieses Land genau so lieben wie wir!

(khm)

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