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In der 2. Woche bot sich mir die Gelegenheit, mit einem Animateur unseres Hotels sein „Village“ anschauen zu gehen. Mit Freude stimmte ich zu, nachdem ich meine Mutter überredet hatte. Da ich sehr gerne das „richtige Kenia“ zu Gesicht bekommen wollte. Wir liefen an dem wunderschönen Strand entlang und nach ca. einer Stunde gingen wir rechts eine kleine Gasse entlang, welche uns an die Hauptstrasse brachte. Dort standen wir in den Schatten und warteten mit einigen anderen Leuten auf den Bus. Glücklicherweise fuhr kurz nachdem wir dort hinstanden ein Freund des Animateurs vorbei, welcher uns freundlicherweise bis nach Ukunda mitnahm. Ich konnte richtig das Gefühl von Freiheit spüren. Es kribbelte ihn mir vor Glück neue Menschen, eine für mich neue Welt kennen zu lernen. Als wir in Ukunda ankamen, merkte ich; jetzt bin ich im richtigen Kenia, dort wo die Einheimischen leben , mit all der Lebensfreude, trotz den schlechten Lebensbedingungen und den vielen Dreck. Als erstes gingen wir ins Restaurant Hollywood, wo wir etwas tranken und er etwas zu Mittag gegessen hat. Da das Restaurant von Schweizern geleitet wird, konnten viele Gäste Deutsch oder sogar Schweizerdeutsch, was ich sehr lustig fand. Als er die Rechnung zahlte, sah ich, dass eine Cola nur 45Ksh kostet und wir im Hotel 90Ksh dafür zahlen. Als wir später an einem Cola Verteilungszentrum vorbei liefen, standen an der Mauer die Preise. Mir fielen fast die Augen aus, als ich sah das man im Einkauf für eine Cola nur 9Ksh zahlt. Das heisst das Hotel macht pro Cola einen Gewinn von 80Ksh. Die Mitarbeiter des Hotels werden jedoch sehr schlecht bezahlt. Als wir ins „Village“ liefen, lag überall Abfall auf dem Boden, die Hauptstrassen hatten grosse Schlaglöcher. Als wir ein wenig von der Strasse abkamen, sah man viele Bäume, Palmen und Sträucher, aber das Gras war braun, es war völlig trocken. Die Menschen, die ich im Dorf traf, grüssten freundlich mit einem „Salama laikum“ welches man mit einem „Malaikum salam “ erwiderte. Die kleinen Kinder waren zuckersüss, sie kamen zu mir oder winkten mir zu und sagten „Jambo, habari?“ (was soviel heisst wie „Hallo, wie geht es dir?“). Die Menschen trugen kaputte Kleider, solche die wir in den Abfall schmeissen, einige Kinder waren ängstlich, viele ältere Leute sitzen einfach herum, doch die meisten von ihnen strahlten eine Freundlichkeit aus, welche man in der Schweiz nicht finden kann, obwohl wir immer glücklich sein sollten, denn wir haben so viel und sind trotzdem immer unglücklich und gestresst. Wir liefen schmale Wege entlang, und nach ca. 10min. kamen wir zu einem Gebäude. Wir öffneten die metallige Türe, sie quietschte. Wir waren in einem Haus, in welchem es etwa 10 Zimmer hatte. Am Ende des Ganges links in den nächsten Gang die erste Türe. Das ist sein Reich. Er holte den Schlüssel hervor und öffnete die Holztüre. Ich sah in einen düsteren und von der Hitze stickigen Raum. Er macht Licht und ich sah die Einrichtung. Alles aus schwerem Holz, in einer Ecke das Bett, in der anderen Ecke das Kleidergestell und in der letzen ein Nachtschränkchen, auf welchem er seine Bücher, Kassetten, CDs und einige Bilder verstaute. Kein Tisch, keine Musikanlage, kein Kassettenrecorder, kein Ventilator, nichts anderes ausser noch 2 kleine Becken, um die „Afrikanische Dusche“ zu vollziehen und einige Toilettenartikel. Die Wände waren teilweise feucht, schon fast schimmelig. Als ich ihn fragte, ob sie auch eine Toilette haben, brachte er mich zu einem kleinen Raum (die Birne war kaputt) mit 2 Steinpflöcken und einem Loch in der Mitte. Das war die Toilette. Nachdem wir wieder in das Zimmer zurück gingen zeigte er mir auch noch die Dusche, ein Raum mit einem Loch im Boden. Zurück im Zimmer war ich den Tränen nahe, doch ich konnte nicht weinen. Er zeigte mir, wie er lebt und das ist etwas Besonderes, denn ich denke, er weiss, dass ich mir Anderes gewohnt bin. Ab diesem Moment, nach diesen Eindrücken merkte ich, in welchem Überfluss wir leben. Nur schon wenn man überlegt, wie viel Wasser, sauberes Wasser, wir verschwenden zum Beispiel beim Duschen, Baden, Zähne putzen, Abwaschen und so weiter. Und diese Menschen in Kenia haben nicht einmal sauberes Wasser zum trinken. Oder wenn ich mir überlege, das meine Turnschuhe , den Wert eines Monatslohns von einem Animateur haben, welcher in einem 4-Sterne Hotel arbeitet. Wenn ich jetzt Leute antreffe mit teurem Schnickschnack, den man eigentlich nicht braucht, überlege ich mir immer, wie viel man mit diesem Geld in Kenia verändern könnte. Nur schon wenn man bedenkt, was man machen könnte, wenn jeder Schweizer 1 Franken spenden würde. (Stefanie) Lesen Sie weitere
Eindrücke über Kenya... |
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