Bei all den
luxuriösen Hotels und Lodges vergisst man schnell, dass man eigentlich Ferien in
einem Land der Dritten Welt verbringt. Oft verschliessen die Touristen ihre
Augen vor dieser Tatsache, anstatt sie weit zu öffnen und versuchen, zu
verstehen.
Wir möchten
Sie ein bisschen zum Nachdenken anregen und einwenig das Verständnis zwischen
Einheimischen und Touristen fördern. Denn nicht alles ist so, wie es den
Feriengästen in den Hotels vorgetäuscht wird.
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Tourismus
fördert Unzufriedenheit, weil wir etwas vorleben, was unter gegebenen
Umständen in Kenya nicht zu erreichen ist. Bei den Einheimischen wird durch
uns das Bedürfnis nach mehr Konsum angeregt. |
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Viele
Hotels werden von Ausländern geführt und sehr oft beuten diese ihre
Angestellten aus. Während die Eigentümer in Luxusvillen leben, kämpfen die
Arbeiter teilweise täglich ums Überleben oder darum, überhaupt ihren mickrigen
Lohn am Ende jeden Monats zu erhalten. |
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Tourismusregionen ziehen Arbeitswillige aus dem ganzen Land an, aber bei
weitem nicht alle erhalten eine Stelle. Weit weg ihrer Heimat und Familie
enden sie in Slums und versuchen sich mit Prostitution, Betteln oder
Kriminalität am Leben zu erhalten. Ihre Kultur und Wertvorstellungen gehen so
verloren. |
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Wir
duschen mit Unmengen von Wasser, baden im Pool, während die einheimische
Bevölkerung oft meilenweit zu einer Wasserstelle gehen muss oder sogar mit
Wasserknappheit zu kämpfen hat. |
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Wir
sollten unsere Erwartungen zurückschrauben, denn ein Land kennen lernen heisst
nicht, denselben Lebensstandard wie zu Hause vorzufinden! |
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Strom
steht den Einheimischen selten zur Verfügung. Er ist einfach zu teuer, um mit
einem Durchschnittseinkommen auch noch bezahlen zu können. Also sollten wir
uns über einen Stromausfall im Hotel nicht aufregen. |
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Vieles,
was wir tun und lassen, kann auf verschiedene Weise aufgefasst werden.
à
so können hohe Trinkgelder, von uns als Hilfe gedacht, als grosse Beleidigung
empfunden werden. (damit demonstrieren wir Überheblichkeit und wecken ein
Gefühl der Minderwertigkeit) |
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Geldgeschenke bringen nichts, werden sie zu oft für Luxusgüter ausgegeben,
anstatt damit die wichtigsten Grundbedürfnisse, wie Nahrung etc., zu decken.
Gehen Sie lieber zusammen Lebensmittel oder Schulbücher für die Kinder
einkaufen. |
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Versuchen
Sie sich in die Gesellschaft Ihres Gastgeberlandes einzubinden und Sie werden
ein noch schöneres Bild von Kenya in Erinnerung behalten. Es mag nicht immer
bequem sein, denn Sie werden mit den Höhen und Tiefen des Alltags eines
Kenyaners konfrontiert, müssen verarbeiten, was Sie gesehen haben und auch
etwas von sich geben. Aber es ist lehrreich, lobenswert und fördert das
Verständnis zwischen zwei gegensätzlichen Bevölkerungsgruppen. |